Mitteilung zu den Wahlen 2017

Der Rat der Kirchen hat mit Blick auf die Wahlen am 15. März 2017 zur ‚Zweiten Kammer der Generalstaaten‘ eine Botschaft verfasst. Die Kirchen möchten damit einen Beitrag haben an die demokratische Entwicklungen in die Niederlanden. Es hat viele Fragen gegeben aus Deutschland über die Entwicklungen und über die Haltung der Kirchen. Bei einem Versammlung in Den Haag, organisiert von den Kirchen, war auch ein Kamerateam aus Deutschland dabei. Die Interesse hat damit zu tun, das Tendenzen im Gesellschaft vergleichbar sind und in Deutschland möchte man wissen wie das Populismus bei den Nachbarn sich entwickelt. 

Die Text lautet:


Es ist ein kostbares Gut, dass am 15. März 13 Millionen Niederländer ihre Stimme zur Zusammensetzung unseres Parlaments abgeben können. Wir meinen, dass die Wahlen ein wertvoller Aspekt der Freiheit sind, in der wir leben. Wir wollen vorsichtig und sorgsam damit umgehen. Deshalb hoffen wir auf einen Wahlkampf, der informativ und erhellend sein wird, so dass wohlüberlegt gewählt werden kann. Die Debatte kann heftig sein, aber bleibt hoffentlich auch sportlich.


Es wäre bedauerlich, wenn die Form den Inhalt ersetzen würde. Das könnte passieren, wenn Verrohung und der Mangel an Respekt vorm Gegner so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dass der Inhalt verloren geht. Wir fordern daher alle Parteien und Politiker auf, den Ton zu wählen, der einer guten argumentativen Debatte angemessen ist. Qualitativ starke Argumente haben Überzeugungskraft. Schlagworte und Effekthascherei lenken vom Inhalt ab.


Wir sind uns der Not einer wachsenden Gruppe unserer Landsleute bewusst, die das Gefühl hat, keinen Zugang zu den Autoritäten und Politikern zu haben, die über ihre Möglichkeiten und Unmöglichkeiten im Leben Entscheidungen treffen. Wir können uns ihre Frustration und ihren Ärger vorstellen. Als Kirche wollen wir weiterhin nach Solidarität und Verbundenheit mit Menschen suchen und danach, wo wir ihre Stimme verstärken und Anwalt dieser Menschen mit diesem Gefühl sein können.


Die Wähler rufen wir auf, Politiker kritisch zu hören. Einige Versprechen können einfach nicht verwirklicht werden und sind nicht glaubwürdig. Wir hoffen auf eine neue Zweite Kammer, die nicht in erster Linie von Vertretern mit Eigeninteressen und bestimmten Gruppen in unserer Gesellschaft bestimmt wird, sondern von Volksvertretern im wahren Sinn des Wortes. Wir haben Respekt vor mutigen Politikern, die bereit sind zur konstruktiven Gestaltung, ob sie nun gerufen sind, eine neue Regierung zu formen und zu unterstützen oder ihre zukünftige Rolle in der Opposition wahrzunehmen.


Es geht schließlich nicht um kurzfristige Interessen von Gruppen, um die sich alles drehen soll. Es geht um die Werte, auf denen unsere Gesellschaft als Ganzes aufgebaut ist. Die sollen zentral stehen, wenn die wirklich langfristigen Probleme nachhaltig wahrgenommen werden. Dies sind Werte, wie Freiheit im Allgemeinen, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, die Achtung der Privatsphäre und der Sicherheit, aber auch Solidarität, Gastfreundschaft und ein sich Verbürgen für gute Pflege. Das ist recht für die Niederlande. Dies gilt auch für Europa und die ganze Welt, von der die Niederlande ein Teil ausmachen.


(Mit Dank an Pfarrer Helmut Aston aus Aachen)

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